MPU-Test

Dipl.-Psych. Dr. rer. nat. Patrick Grieser

arbeitete als verantwortlicher Teamleiter bei der Begutachtungsstelle für Fahreignung des TÜV Hessen.

Davor arbeitete er als verkehrs- psychologischer Gutachter beim TÜV Hessen in Darmstadt


MPU-Test

M. Sc. Psych. Elena Grieser

Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP)

Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Systemische Familientherapie (DGSF)

Master-Thesis über die Fahreignungsbegutachtung (MPU) beim TÜV Hessen

MPU Beratung und MPU Vorbereitung

 

Medizinisch-Psychologische Untersuchung im Volksmund auch Idiotentest genannt!

Was ist das?

Die MPU ist seit 1954 eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Deutschland. Wird der Führerschein eines Verkehrsteilnehmers wegen seines extremen oder wiederholt gefährlichen Verhaltens im Straßenverkehr eingezogen, geht die Behörde davon aus, dass dieser nicht für das Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet ist. Für eine Neuausstellung der Fahrerlaubnis, muss der Delinquent diese berechtigten Zweifel durch die Erbringung einer MPU ausräumen.

Die Unterlagen mit der entsprechenden Fragestellung werden von der Behörde an die zuvor vom Prüfling festgelegte Begutachtungsstelle geschickt. Nachdem der MPU-Kandidat eventuell zusätzliche Auflagen, wie Abstinenznachweise, Drogentests und verkehrspsychologische Maßnahmen erfüllt hat, darf er nach Ablauf der behördlichen Sperrfrist zur Untersuchung antreten.

Diese Medizinisch-Psychologische-Untersuchung wird von zahlreichen verschiedenen Organisationen angeboten. Einige Firmen bieten auch speziell an die MPU angepasste Förderkurse. Eine kostenlose MPU Beratung zu diesem Thema erhalten Sie bei uns.

Das Ergebnis der MPU wird nach Abschluss aller erforderlichen Tests direkt an den Prüfling versandt und wird nicht an die Behörde weitergegeben. Im Fall eines negativen Ergebnisses, kann die Untersuchung beliebig oft wiederholt werden.

Warum wird eine MPU durch die Behörden angeordnet?

Vor einer Neuausstellung einer Fahrerlaubnis durch die zuständige Führerscheinstelle, muss diese überprüfen, ob der Kraftfahrer wieder für die Teilnahme am Straßenverkehr geeignet ist. Bei bestehenden Zweifeln, insbesondere unter Berücksichtigung aller bekannten Verkehrsverstöße und Straftaten, kann die Behörde eine MPU anordnen.

Die häufigsten Gründe für eine Anordnung sind:

• Alkohol:
Ist mit knapp 60% der häufigste Grund für eine MPU. Wird ein Verkehrsteilnehmer einmal mit über 1,6 Promille oder mehrfach mit Alkoholisierungen über 0,5 Promille erwischt, ordnet die Behörde eine Begutachtung an.

• Drogen:
Wenn der Verdacht vorliegt, dass ein Verkehrsteilnehmer außerhalb des Straßenverkehrs Drogen konsumiert oder dieser bei einer Verkehrsauffälligkeit unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln steht, wird eine MPU vorgeschrieben.

• Verkehrsrechtliche Auffälligkeiten:
Sammelt ein Verkehrsteilnehmer mehr als 17 Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg, oder fällt dieser durch besonders schwerwiegende Verkehrsverstöße, wird eine MPU von Amts wegen angeordnet.

• Strafrechtliche Auffälligkeiten:
Ein Kraftfahrer ist in der Vergangenheit mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten oder hat Straftaten verübt, die mit dem Straßenverkehr zusammenhängen und auf eine geringe Impulskontrolle und Aggressivität schließen lassen.

Ablauf einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung


Die MPU besteht aus mehreren Prüfungsteilen, diese werden jeweils von geschultem medizinischen Personal und Verkehrspsychologen durchgeführt.

• Verkehrsmedizinische Untersuchung:

Durch eine eingehende Untersuchung des Verkehrsteilnehmers, sollen körperliche Mängel und sonstige Beeinträchtigungen, die gegen eine erneute Teilnahme am Straßenverkehr sprechen ausgeschlossen werden. Wenn eine Alkoholabhängigkeit vorlag, müssen Nachweise über Ihre Abstinenz erbracht werden. Zusätzlich sind im Fall von Drogenmissbrauch Haar und Urinproben erforderlich.

• Leistungsdiagnostik:
In zahlreichen weiteren Tests, ermittelt das Team aus Psychologen und Medizinern, ob der Kandidat aufgrund seines medizinischen Zustands fähig ist, wieder normal am Straßenverkehr teilzunehmen. Die meisten dieser Tests erfolgen am Computer, es werden vor allem die Sinneswahrnehmung, die Belastbarkeit und die Reaktionsfähigkeit des Prüflings getestet.

• Verkehrspsychologie:
Im psychologischen Teil des Gutachtens, muss sich der angehende Kraftfahrer aktiv und selbstkritisch mit seiner problematischen Vergangenheit und seinen verübten Straftaten auseinandersetzten. Die aktuellen Lebensumstände des Delinquenten werden erfasst, und der Psychologe versucht herauszufinden, ob der Teilnehmer sein Verhalten geändert hat und das Risiko eines zukünftigen Fehlverhaltens reduziert oder ausgeschlossen werden kann.

MPU Vorbereitung

Aktuellen Zahlen zufolge, führen 60% der durchgeführten Untersuchungen zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis. Knapp 45% der Prüflinge bestehen die Untersuchung und erhalten ein positives Gutachten, die restlichen 15% erhielten ihre Fahrerlaubnis nach einer zusätzlichen §70 Nachschulung zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung für auffällige Kraftfahrer zurück.

Ohne eine gründliche und professionelle MPU Vorbereitung, ist es fast unmöglich ein sogenannten „Idiotentest“ aus dem Stand heraus zu bestehen. Es ist sehr empfehlenswert, wenn sich der Prüfling mithilfe eines Verkehrspsychologen oder eines MPU-Vorbereitungskurses auf die Untersuchung vorbereitet.

Der anspruchsvollste Teil der gesamten MPU ist das Gespräch mit dem geschulten Verkehrspsychologen. Der Kandidat muss dem Psychologen nachdrücklich und glaubwürdig darlegen können, dass er sich mit seinen Handlungen ernsthaft auseinandergesetzt hat und welche effektiven Maßnahmen er in der Zukunft setzen wird, um weitere Auffälligkeiten zu verhindern.

Der Psychologe wendet zahlreiche rhetorischen Kniffe und psychologische Tricks an, um herauszufinden ob eine wirkliche Bewusstseinsumbildung und Aufarbeitung der Vorfälle stattgefunden hat, oder ob der Delinquent gezielt lügt und falsche Angeben macht, damit er seine Fahrerlaubnis möglichst einfach wieder zurückbekommt. Die Auswertung des psychologischen Gesprächs wird im Gutachten eingetragen und ist ein wesentliches Entscheidungskriterium für die Erstellung einer positiven Prognose.

Voraussetzungen


Um zur MPU antreten zu können, müssen die eventuell zusätzlich verordneten Auflagen der Führerscheinstelle erfüllt werde. Abhängig vom Delikt, fordert die Behörde häufig neben der Abstinenz eine Therapierung des problematischen Verhaltens. Durch zusätzliche Verkehrscoachings, kann oftmals die Sperrfrist verringert werden. Die MPU-Prüfstellen verlangen normalerweise regelmäßige Alkohol- und Drogentests.

Kosten einer MPU

Die Kosten einer Medizinisch-Psychologischen Überprüfung sind in der Anlage zur Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr geregelt. Diese Nettopreise berechnen sich abhängig vom entstehenden Aufwand und sind auch vom Grund der Maßnahme abhängig. Bei Alkohol und Drogendelikten beträgt der aktuelle Satz 338 Euro. Wenn weitere Fragestellungen hinzukommen, erhöht sich die Gebühr um die Hälfte der jeweils höchsten Einzelgebühr. Drogendelikte sind mit dem gesetzlich vorgeschriebenem Drogenscreening zum Preis von 120 Euro am teuersten. Zusätzlich kommen Verwaltungsgebühren, Kosten für Abschriften und Versandspesen hinzu. Für eine typische MPU entstehen momentan Kosten in der Höhe von ungefähr 500 Euro.

Häufig machen die Kosten im Vorfeld der eigentlichen MPU den größten Anteil am Gesamtpreis aus. Dazu kommen noch die Kosten der optionalen Vorbereitungskurse, verkehrspsychologische Betreuungen und Abstinenznachweise.